September 29, 2016

{Rückblick} September 2016

Hallo Herbst!

Nachdem ich gemerkt habe, dass es zeitlich einfach nicht mehr möglich ist, jede Woche einen Rückblick bzw. ein "What made me happy this week" zu verfassen, und die Regelmäßigkeit dieser Rubrik in den letzten Wochen sehr zu wünschen übrig ließ, wird es nun jeden Monat einen Rückblick geben, in  der Hoffnung, dass diese Beiträge püntklich und voller Marmeladenglasmomente online kommen.



Glücksmomente


Die letzten Sonnenstrahlen des "Fliegenden Sommers",
eine Geburtstagsfeier bei Kerzenschein im Garten,
die Aufregung, dass mein letztes (!) Schuljahr begonnen hat,
die Redaktionskonferenzen bei einer dreisprachigen Jugendzeitung, deren Teil ich nun bin, und das Recherchieren und Schreiben der Artikel hierfür,
der wundervolle Klang von Französisch in Metz,
während dem Feiern mitten in der Nacht Lust auf Eis bekommen und durch leere Dörfer fahren,
die ersten Anzeichen des Herbstes im Wald entdecken,
ein Abend mit Oma und Opa,
die Rückkehr einer Freundin,
der geplante Urlaub in Borkum und die Vorfreude auf die Kursfahrt nach Barcelona,
ein ausgemistetes, sauberes, schönes Zimmer.

Vergessmomente


Das Anzweifeln von alles und jedem,
die abertausenden Gedanken sobald das Licht aus ist,
dieses Gefühl, so-viel-gelernt-aber-doch-nicht-gut-genug-gewesen-zu-sein-Gefühl.

Geträumt


"Als würde ich ins Meer springen, aber immer nur auf der Oberfläche treiben, nie nach unten schwimmen, um das eigentliche Meer zu sehen. | Atem. Worte. Herzschläge. |  All die vorherigen Sorgen unbegründet. Wie immer. | Für einen kurzen Moment, eine Millisekunde, fanden sich unsere Augen. Kein Wort, bloß ein Hauch. | Wenn den Gefühlen erst Monate später auffällt, dass sie verletzt sind. | Hallo Herbst, hallo Neuanfang. "

Gelesen


"Une Jeunesse" von Patrick Modiano (französisch Schullektüre, die mir richtig gut gefiel) | die erste Seiten von "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee | 2 x Flow | zu viele Gedichte der Exillyrik




September 28, 2016

{Gedanken} Wie im Sturm



Es brauchte bloß einen kleinen Stich. Eine Nadel. Schmal. Spitz. Im Stande, meine Seifenblase mit einem Treffer platzen zu lassen.
Wie im Sturm, wenn der Wind den Pusteblumen jegliche Schirmflieger entreißt, diese durch die Lüfte wirbeln. Unaufhaltsam. Nicht kontrollierbar. Aus der Form gebracht.

Ein Knall. 
Fetzen fliegen. 
Das bunte Schillern verschwindet gänzlich.
Und mein Gesicht brennt.
Fühlt es sich doch an, wie ein fester Schlag ins Gesicht.
Ein Schlag der längst überfällig ist. Den ich unterbewusst die ganze Zeit erahnte. Mich bereits duckte, um ihm ausweichen zu können.
Doch Ausweichen ist unmöglich.
Die Wangen rot. Ob Schmerz oder Scham, ich weiß es nicht. Rot ist Rot.
Und Wahrheit ist Wahrheit.
Und die tut weh. Eigentlich immer. Mag sie auch kleine oder große Dinge im Leben betreffen. Wahrheit tut weh.
Diese ganz besonders.
Doch zum ersten Mal seit langer Zeit sehe ich wieder klar. Fühle ich mehr, als bloß einen monotonen Herzschlag. Packe mich nicht mehr ein, in die weiße Watte, um mich vor der Wahrheit zu schützen. Denn auf eine seltsame Weise habe ich mich danach gesehnt. Sie erwartet. Und gehofft, zu fallen. Zu stürzen und hart zu landen. Viel zu hart. Nur, um wieder etwas zu spüren. Mehr als meinen monotonen Herschlag. Denn jetzt rast mein Herz. Schlägt 200 Schläge pro Minute. Steigt mir zu Kopf. Und die Gedanken? Die sind wieder laut. Viel zu laut. So laut, dass ich das Gefühl habe, jeder müsse sie hören. Doch gleichzeitig sind sie auch leise. Kreisen, wirbeln alles auf und sind doch nur für mich hörbar. Viel zu leise. Viel zu wild.

Es brauchte bloß einen kleinen Stich. Eine Nadel. Schmal. Spitz. Im Stande, meine Seifenblase mit einem Treffer platzen zu lassen.
Wie im Sturm, wenn der Wind den Pusteblumen jegliche Schirmflieger entreißt, diese durch die Lüfte wirbeln. Unaufhaltsam. Nicht kontrollierbar. Aus der Form gebracht.


Entstand bereits im Frühling/Sommer diesen Jahres 

September 24, 2016

{Wanderlust} Stockholm Travelguide - Gamla Stan/Riddarholmen

Gamla Stan - das Herz Stockholms. Hier schlägt der Puls der Stadt, bindet seine Besucher an sich und lässt sie nicht mehr los. 
Kopfsteinpflaster, schmale Gassen, bunte Häuser. Überall Treppenstufen oder Bänke, die zum Verweilen einladen.
Allein mit dem Bestaunen der schönen Häuser könnte man Stunden verbringen, doch auch die Altstadt hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, die ich euch nicht vorenthalten möchte.


Zwar wirkt das Kungliga Slottet, das königliche Schloss, auf den ersten Blick nicht allzu sehenswert, lohnt es sich trotzdem, hinauf zu steigen. Denn von hier aus hat man eine tolle Aussicht aufs Wasser, kann sich daran versuchen, die Wachposten zum Lachen zu bringen und den Reichssaal besichtigen.




Weiter geht es, vorbei an unzähligen Kirchen, so dass wir uns oftmals gar nicht sicher waren, welche nun vor uns empor steigt.
Bloß bei der Deutschen Kirche, der Tyska Kyrkan, waren wir uns dann sicher. In der Nähe dieser, soll es eine Bank geben, die beim Hinsetzen die Musik der Jazzsängerin Monica Zetterlund abspielt. Gefunden haben wir diese zwar nicht, aber es hätte sich sicherlich gelohnt.






In der Nähe des Nobelmuseet findet man die ältesten Häuser der Stadt. Die alten Kaufmannshäuser singd geprägt von bunten Fassaden und laden mit den kleinen Cafés am Straßenrand, oder den Bars in den Kellergewölben zum Verweilen ein.






In den Einkaufsstraßen Västerlanggatan und Österlanggatan gibt es einen bunten Mix auf Souvenirs, Galerien und Antiquitäten. Und wenn man jedes Mal an diesem einen Café vorbei läuft, dass frische Waffeln mit Erdbeeren anbietet, welche die gesamte Straße mit ihrem Duft erfüllen, sollte man spätestens am letzten Tag anhalten und sich die teure Sünde gönnen. Es lohnt sich.


Folgt man diesen Straßen, kommt man irgendwann vorbei am Riddarhuset, dem Haus des Adels, über die Riddarholmsbrücke nach Riddarholm. Die meiner Meinung nach schönste Kirche Stockholms steht nämlich hier und heißt, wer hätte es gedacht, Riddarholmskyrkan.
Und hinter dieser sieht man es dann wieder in seiner ganzen Pracht: das Wasser.



Hier kann man verweilen, sitzen bleiben, die Füße ins Wasser strecken (und aufpassen, dass man nicht hinein fällt) und träumen.


September 23, 2016

{Wanderlust} Stockholm Travelguide - Djurgarden

Hallo ihr Lieben!

Nachdem inzwischen schon zwei Monate vergangen sind, seit ich in Stockholm war, gibt es heute einen ausführlichen Travelguide zum Venedig des Nordens.
Die Großstadt besteht aus vielen kleinen Inseln, die alle ihren ganz eigenen Charme verspüren.
Den Anfang macht die wohl grünste aller Insel - Djurgarden.

Versucht man diese zu Fuß zu erreichen, wandert man vorbei am schönen Wasser und wird gleich zu Beginn von den imposanten Gebäuden verschiedener Museen begrüßt. Denn das ist Djurgarden auch, die Museumsinsel.
Vor zwei Jahren habe ich dort das älteste Freilichtmuseum der Welt, den Skansen besucht. Hier sieht man die wunderschönen Schwedenhäuser früherer Zeit und kann Elche live und in Farbe bestaunen.
Aber auch das berüchtigte Schiff, die Vasa, im gleichnamigen Museum, wird hochgelobt.
Am liebste hätte ich mir allerdings das Kinderliteratur-Museum Junibacken angeschaut, doch letztlich trieb es uns dann hin zur Geschichte des Nordens, ins Nordisk Muset. Dieses ist unheimlich toll gemacht, erzählt von den Sami, dem nordischen Folkart und den Traditionen, Festen und Feierlichkeiten in Schweden.
Für alle, die Abba mögen, dürfte dieses Museum auch klasse sein. 




Wenn das Wetter allerdings mit spielt, bietet sich das Viertel Djurgarden perfekt an, um einen Spaziergang zu machen. Vorbei am Wasser und wunderschön angelegten Parks, begleitet von Gänsen hin zum Schloss Rosendal.
Ein Geheimtipp ist dieses wohl nicht unbedingt, aber ich habe das Gefühl, die meisten Touristen strömen bloß zum Stockholmer Schloss. Doch Rosendal begrüßt seine Besucher mit offenen Armen und überrascht mit einer wundervollen Parkanlage.
War das Gebäude anfangs als Wohnsitz der königlichen Tierwächter gedacht, beinhaltet es inzwischen sogar einen See, ein eigenes Labyrinth, riesige Blumenfelder und Wiesen zum Verlieben.
Bei unserem Besuch war es schon relativ spät und zu unserer Schande haben wir das Schloss selbst auch nicht gefunden, aber allein die Parkanlage war ihren Besuch wert. Ja, innerhalb weniger Stunden haben wir uns in Schloss Rosendal verliebt, vergisst man hier doch vollkommen, dass man sich in einer Millionenstadt befindet. Unbedingt anschauen, wenn ihr in Stockholm seid!










Einen Besuch wert soll auch der älteste Freizeitpark Skandinaviens, Gröna Lund sein. Zwar  teuer, aber sehenswert. Hätte die Zeit gereicht, wären wir sicherlich auch noch dort zu finden gewesen, doch so konnten wir den Park nur von weitem bestaunen.




September 16, 2016

Fliegender Sommer

Mit dem einen Fuß scheinen wir noch im Sommer zu stehen, mit dem nächsten bereits im Herbst.
Ich genieße die letzten warmen Sonnenstrahlen des Sommers sehr, schließe sie fest in meinem Herzen ein, damit sie auch in der dunkleren Jahreszeit Licht und Kraft spenden.

Als ich in der vergangenen Wochen abends noch einmal mit unserem Hund durch den Wald streifte, konnte ich kleine Momente einfangen. Momente, des Altweibersommers oder ein Begriff, der mir noch besser gefällt: fliegender Sommer.
Die Zeit im September, wenn morgens bereits der erste Nebel über den Dörfern liegt und es mittags richtig warm wird. Wenn der Abend früher kommt, als noch vor ein paar Wochen und wenn sich die leise Vorfreude auf den Herbst in einem regt.




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