August 30, 2016

{Wanderlust} Smell the sea, and feel the sky, let your soul and spirit fly.


Nach diesem Motto lebte ich die letzte Ferienwoche. Es trieb uns in den Norden Deutschlands. Und wennes auch nicht das Meer war, so hatten wir doch den Geruch des Sees in der Nase.
Ließen die Seele baumeln. Das Herz fliegen. Die Gedanken treiben.
Frei. Wild. Nach dem Bauchgefühl.
Tun, worauf man Lust hat. Sich mitreißen lassen von Eindrücken und Erlebnissen. Endlich zur Ruhe kommen, fern von Angst, Druck und Sorgen.
Unbekümmert in den Tag leben.
Mit dem Rad fremde Wege erkunden. Vorbei am Kanal, die Sonne im Rücken.
Bei Regen durch die Stadt schlendern und sich auf den Herbst freuen.
35 Grad, am Strand dösen und bei kaltem Seewasser jauchzen.
Lesen, bis die Buchstaben vor den Augen verschwimmen.
Energie tanken.
Den Sommer genießen.












August 27, 2016

{Rezension} "Solange die Nachtigall singt" von Antonia Michaelis

"Der kleine Platz davor war leer, doch nicht weit entfernt wippten Zweige, dort, wo der Wald begann wie das grüne Ufer eines Meeres. Das Haus, dachte Jari, steht darin wie eine Insel, und ich bin auf dieser Insel gestrandet; ein Schiffbrüchiger in Wellen aus davongleitender Zeit, sicher und gefangen zugleich."

Kurze Info


Solange die Nachtigall singt
Antonia Michaelis
448 Seiten
Gebundene Ausgabe
2013 erschienen bei Oetinger 

Zum Inhalt


Ein Wald, der im Nebel ein Rätsel verbirgt. Ein Wanderer, der sich verirrt. Eine Geschichte, die dem Leser den Atem raubt. Nach Abschluss seiner Tischlerlehre begibt sich Jari auf Wanderschaft, um Freiheit und Natur zu genießen. Dabei trifft er auf Jascha, das bezauberndste Mädchen, dem er je begegnet ist, und folgt ihr zu ihrer Enklave mitten im Wald. Gefangen zwischen märchenhafter Schönheit und menschlichen Abgründen wird der harmlose Tischler zum unerbittlichen Jäger. Poetisch und fesselnd erzählt Erfolgsautorin Antonia Michaelis die Geschichte einer Liebe, der kein Geheimnis zu düster und kein Opfer zu groß ist. Das Meisterwerk einer Märchenerzählerin.

Meine Meinung


Nachdem dies mein dritter Roman von Antonia Michaelis war, bin ich inzwischen zu einem richtigen Fan dieser Autorin geworden. Denn sie schafft es immer wieder, den Leser mit ihren poetischen Worten, den verwirrenden und geheimnisvollen Handlungssträngen zu verzaubern und mitzureißen.
Aber beginnen wir von vorne.

Etwas, was Antonia Michaelis definitiv ausmacht, ist ihre Art zu schreiben. Denn in fast all ihren Büchern ist es so, dass es zwei Handlungsstränge gibt. Zwei Geschichten in einem Buch, die zu Beginn scheinbar nichts miteinander zu tun haben, jedoch von Kapitel zu Kapitel immer mehr zusammenfließen. Und auf einmal, macht all das, was während dem Lesen vor dem inneren Auge passiert, einen Sinn. Das letzte Puzzelstück wird bei Antonia Michaelis immer erst am Schluss gesetzt und erst dann sieht man als Leser das Gesamtbild.
Und das gefällt mir unheimlich gut.

Ebenso wie Michaelis Schreibstil, der sehr besonders ist. Man hat das Gefühl, ein Gedicht zu lesen. Ein Gedicht auf über 400 Seiten. Denn sie spielt mit den Worten, spielt mit dem Leser. Lässt ihn absichtlich stutzen, verwirrt ihn und schafft Bilder in seinem Kopf, die beladener nicht sein könnten. Sie ist die Meisterin der Beschreibungen und ließ mich das eine oder andere Mal voller Staunen ausatmen.
Allerdings wurde mir genau das im Laufe des Romans zum Verhängnis, denn durch die vielen Beschreibungen wurde "Solange die Nachtigall singt" doch ziemlich langatmig und es gab Stellen, die man in meinem Augen besser gekürzt hätte, um den Lesefluss nicht so zu stören.

Die Handlung des Romans, über die ich nichts verraten möchte, hat mir jedoch sehr gut gefallen. Sie war mitreißend und so ganz anders, als alles, was ich bisher gelesen habe. Auch wenn ich mit dem Protagonisten Jari so meine Probleme hatte, zog die Handlung mich immer weiter über Worte und Sätze und ließ mich auch nach dem Ende, mit dem ich in der Art so gar nicht rechnete, aber sehr begeistert davon bin, nicht los.


August 26, 2016

{Wanderlust} Schwedische Schäre - Grinda (2)





Weil es so schön war und so viel zu sehen gab, weitere Bilder von Grinda, der Schönheit des Nordens und dem schwedischen Lebensgefühl.
Kaum zu Hause und schon wieder Fernweh ahoi.






August 17, 2016

{Wanderlust} Schwedische Schäre - Grinda


Es ist früher Morgen, als wir uns an den restlichen Passagieren vorbei schlängeln, hoch auf‘s Decke der Fähre. Ein letzter Blick auf das Stockholmer Schloss, dann fahren wir auch schon los, lassen die Hauptstadt hinter uns und vergessen das bunte Leben inklusive all dem Trubel dort.
Vorbei an kleinen roten Häusern, vereinzelten Felsinseln und Kanus, die  an den Holzstegen festgebunden sind und auf der Ostsee hin und her schaukeln.
Hier draußen scheint die Zeit still zu stehen, es gibt keinen Druck, keinen Stress und keine Hektik. Hier zählt bloß der Moment. Die restliche Welt verschwindet mit der Großstadt.





Als die Fähre an einem kleinen Steg anlegt, schauen wir uns überrascht an. Sind wir schon da? Bloß zwei Stunden Fahrt durch die Schönheit der Schären und schon betreten wir selbst eine von ihnen. Die Insel Grinda. Mit einer Fläche von 2 km², einer Jugendherberge, einer Ferienhaussiedlung und zwei Campingplätzen eine der kleinsten von Stockholms Schären und doch mit die schönste.
Denn Grinda ist etwas ganz Besonderes.
Betritt man die Insel, empfängt einen die Ruhe und ein Gefühl von „Zuhause ankommen“. Grind nimmt seine Besucher an der Hand, zeigt ihnen die Schönheit der schwedischen Natur und lässt sie eintauchen in eine andere Welt. Manchmal fühlten wir uns ein bisschen wie im Wunderland, wenn wir auf einem Felsen saßen, ein altes, rotes Badehaus neben uns und den Blick aufs Meer gerichtet. Meeresrauschen, kreischende Möwen, strahlend blauer Himmel und Sonnenschein.





Wir wanderten durch die Kiefernwäldchen, erhaschten immer wieder einen Blick auf die See. Zwischen den Bäumen tauchte hier und da ein kleines Häuschen auf. Also doch Zivilisation, obwohl es mir eher vorkam wie im Traum.
Neben weidenden Schafen campten mutige Naturverbundene, bei denen ich mich heute noch frage, wie das mit der Versorgung funktioniert. Denn mehr als ein Cafe und zwei Restaurants gibt es auf Grinda nicht.
Wo die Bäume Schatten auf die Felsen warfen hielten wir inne und ich wagte den Sprung in die kalte Ostsee. Hach, wie lebendig man sich in diesen Moment einfach fühlte.





Als die Fähre am späten Abend wieder am kleinen Steg anhielt und wir an Deck gingen, legte sich Wehmute über uns. Wir sahen uns ein letztes Mal um, betrachteten Grinda sehnsüchtig.
So klein und doch so wunderschön.



Zu Grinda wird bald noch ein zweiter Teil bestehend aus Bilder folgen, einfach weil es dort solch wunderschöne Momente einzufangen gab und all die Bilder diesen Post sprengen würden. :)

August 15, 2016

{Selbstgeschriebenes} Das Ewig bloß endlich

Ich sehe sie überall
Hand in Hand
Von Blicken gebannt in Zweisamkeit
Und ich habe mich verrannt in Einsamkeit
Gefangen im Dunkel der Nacht

Gemeinsam bestand die Minute aus 120 Sekunden
Unsere Gedanken waren immer miteinander verbunden
Du und Ich = Wir
Es gab uns bloß gemeinsam
Dacht, ich wär' niemals einsam

Von heute auf morgen
Von jetzt auf hier
Gab es kein Wir
Gab es nur noch dich und mich
Nicht gemeinsam und zweisam
Sondern jeder für sich und einsam

Du sagtest einmal, unsere Liebe sei für die Ewigkeit
Bilde für dich die Unendlichkeit
Kein Raum, keine Grenze der Zeit

Wie wir uns bloß täuschten, belogen, betrogen

Denn die Endlichkeit hat uns eingeholt
Aus Unendlichkeit wird Trivialität
Wir kämpfen in Rivalität
Nicht mehr füreinander
Nicht mehr Hand in Hand
Sondern gegeneinander
Die Waffen auf's Herz gerichtet

Und immer wenn wir uns gegenüber steh'n
Bin ich kaum im Stande, dir in die Augen zu seh'n

Aus 120 Sekunden wurden Stunden, wurden Jahre
Was bleibt sind die Wunden, die Narben
Die mich täglich daran erinnern, dass es so was wie Unendlichkeit nicht gibt.

Du sagtest einmal, unsere Liebe sei für die Ewigkeit
Bilde für dich die Unendlichkeit
Kein Raum, keine Grenze der Zeit

Dabei war das Ewig bloß endlich, ein Synonym für vergänglich 


August 14, 2016

{Wanderlust} Stockholms Schärengarten

An manchen Tagen verspüre ich eine unheimliche Sehnsucht nach dem Meer. Habe Fernweh, das sich nicht mit einer Reisereportage oder dem Blättern durch den Reiseführer stillen lässt.
Und dann fange ich an, all die Orte aufzuschreiben, die ich eines Tages bereisen möchte. Sozusagen eine Bucket-List der Wanderlust.

Schon lange standen die Schären Schwedens ganz oben auf dieser Liste.
Zwar war ich während meiner Schwedenreise hauptsächlich in Stockholm, doch an zwei Tagen trieb es mich hinaus in die Schären. Diese felsigen Inseln sind traumhaft schön. Jede ist anders, jede ist besonders.
Als wir mit dem Schiff hinaus aufs Meer fuhren, durch enge Lücken zwischen zwei Schären hindurch, war es gar schwierig, all die wundervollen Eindrücke zu verarbeiten. Es gab so viel zu sehen. Überall die kleinen Häuser, bunten Fahnenmäste, hier und da ein Kind, das jauchzend ins Meer springt, ein Mann der seine Angel ausgeworfen hat, eine ältere Frau, die die Kopfkissen ausschüttelt...
In diesem Momenten hatte ich die Möglichkeit, für einen kurzen Augenblick das Leben dieser Menschen zu erahnen. Schnupperte Schärenluft, stellte mir vor, wie es wäre, hier zu leben.


Ja, als wir hinaus fuhren, hatte ich das Gefühl, Astrid Lindgrens "Ferien auf Saltkrokan" live zu erleben. Und es war einfach unbeschreiblich.



August 09, 2016

{Kolumne} Wem wollen wir etwas beweisen?

Der Druck auf unseren Schultern ist groß. Vielleicht nicht unbedingt größer als der auf den Schultern anderer Generationen. Nicht, dass wir uns beschweren wollen, ganz im Gegenteil. Wir sind froh um all die Wege und Möglichkeiten, schlängeln uns so durch die Pfade der Welt. 

Und doch leiden wir unter dem Druck, den wir uns selbst machen. Denn der Druck auf unseren Schultern ist groß. Und er stammt einzig und allein von uns selbst. Wir setzen uns unter Druck. Gegenseitig und jeder für sich. Denn wir wollen perfekt sein, besser als die anderen. Wir wollen etwas Besonderes sein. Sind manchmal so überzeugt von diesem Gedanken, dass wir nicht merken, dass wir eigentlich so sind, wie die zig anderen unserer Generation.
Wir sind nichts Besonderes, heben uns nicht von der Masse ab. Und doch versuchen wir es Tag für Tag. Wollen uns beweisen. Hervorstechen und auffallen.

Trinken auf der Party auch noch den nächsten Tequila mit, obwohl wir genau wissen, dass dieser eine Shot uns zu Kopf steigen wird, obwohl wir ihn gar nicht mögen. Und um besonders cool zu sein, verzichten wir auf Salz und Zitrone, sondern wählen freiwillig den Absturz. 
Das Gute daran? Am nächsten Tag wird jeder über uns reden - und war es nicht das, was wir wollten?

Trotz Erkältung quälen wir uns auf den Sportplatz, laufen unsere Runden, bis wir jeden einzelnen Muskel spüren. Warum? Weil wir beweisen wollen, dass ein bisschen Husten uns nicht ans Bett fesselt, weil wir zeigen wollen, wie sportlich und fit wir sind.

Wir lachen über Witze, die wir gar nicht lustig finden, verfolgen einen Trend, der uns absurd vor kommt. Warum? Weil jeder es tut. Weil wir den anderen beweisen wollen, dass wir genauso cool sind. Weil wir dazu gehören wollen.

Denn im Grunde läuft es immer auf das ein und selbe hinaus: Wir wollen dazu gehören, und gleichzeitig herausstechen.

Wie das vereinbar ist? Das müssen wir erst noch lernen. Doch eines weiß ich auch jetzt schon, beweisen, muss ich niemandem etwas. Weder den anderen, noch mir.

August 06, 2016

{Wanderlust} Schweden - Im Land meiner Träumen

Der Globus auf dem Fensterbrett ist alt. Das Blau der Weltmeere an der einen Stelle verblasst, an einer anderen Stelle der Name des Landes kaum noch lesbar. Der Globus ist schon älter und doch zeigt er etwas, was sich bis heute nicht verändert hat. Zumindest nicht im übertragenen Sinne.
Ich drehe den Globus, schließe meine Augen und strecke die Hand aus. Stoppe ihn. Halte die Welt an. Und öffne meine Augen wieder. Schweden. Ich habe auf Schweden getippt.

Früher hätte ich nie gedacht, dass ich mein Herz an einen Ort verlieren kann. Es gibt so viel zu sehen, so viel zu entdecken. Und trotzdem gibt es eine Handvoll Orte und Länder, zu denen ich immer wieder zurückkehren würde. Orte, an die ich mein Herz verloren habe.
Solch ein Ort ist Schweden. 


Als Kind war es immer das Land, in dem Michel und Madita so glücklich waren und ihre Streiche ausheckten, in dem Pippi ewig Kind blieb oder die Kinder von Bullerbü auf der Straße spielten. Kindheitshelden. Spätestens seit ich dann die Filme zu Astrid Lindgrens Büchern sah, war mir klar, dass ich unbedingt nach Schweden muss. Unbedingt. Und so begann meine Faszination für dieses Land. Gab es in irgendwelchen Zeitschriften oder in der Zeitung Artikel und Bilder über dieses Land, ich schnitt alles aus und sammelte sie. Strahlte, wenn ich irgendwo im Wohngebiet ein Schwedenhaus entdeckte. 

Vor zwei Jahren war ich dann das erste Mal dort. Ewig langes Arbeiten, mühsam zusammen gespartes Geld - für meinen größten Wunsch, mein Traumland.
Es war wundervoll. Ständig hatte ich Tränen in den Augen vor Glück, wusste gar nicht, wie ich all die Eindrücke verarbeiten sollte.
Und so trieb es mich auch in diesem Jahr wieder zurück in den Norden. Wieder gearbeitet und gespart, diesmal auf eigene Faust mit der besten Freundin. Ein Roadtrip wurde es zwar nicht, aber der folgt sicher noch eines Tages. 



Weil ich auch dieses Mal so viele Eindrücke sammelte, so glücklich war, möchte ich Dir in den nächsten Beiträgen Schweden ein Stück näher bringen. Und vielleicht kann ich Dich ja verzaubern, von diesem wunderschönen Land mit den unzähligen Seen und Wäldern?


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