Juli 31, 2016

{Wanderlust} Berlin - Zwischen Großstadt und Geschichte


Auf meiner Speicherkarte warten unfassbar viele Bilder darauf, bearbeitet zu werden. In der nächsten Zeit wird es hier viel über meine Passion - das Entdecken neuer Orte und Länder, kurz Reisen, zu lesen geben.
Den Anfang dieses Sommers macht unsere Hauptstadt: Berlin.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

An dieser Stelle kann ich dir leider keine Eindrücke, ganz abseits der touristischen Wege zeigen, waren es doch genau die, die wir größtenteils nahmen. Denn ich war zum ersten Mal in Berlin und das mit meiner gesamten Stufe, weshalb das Programm während dieser sechs Tage in gewissem Maße vorgegeben war, wenn es auch viele Freiheiten bot.
Weil ich es immer etwas schwierig finde, solche Fahrten mit der Schule richtig festzuhalten, gibt es heute einen Einblick in mein Reisetagebuch, in dem ich meine Eindrücke zur Stadt festgehalten habe.

Tag 1 (Ankunft)







Groß. Laut. Bunt. Berlin.
Direkt nach unserer Ankunft ging es in das Museum "The Story of Berlin", in dem, wie der Name schon sagt, die Geschichte Berlins gezeigt wurde. Das Museum war so authentisch, man konnte die Geschichte förmlich spüren. Auch der Besuch eines Bunkers aus dem Kalten Krieg war sehr interessant, wenn auch bedrückend.
Danach, das Brandenburger Tor. Auch wenn ich es mir irgendwie größer vorstellte, spürte man gleich, auf welche Symbolik man traf.
Das Highlight des ersten Tages war definitiv der Kuppelbesuch des Bundestages bei Sonnenuntergang. Man hatte einen wundervollen Blick auf die pulsierende Stadt.
























Tag 2



Der Tag startete früh, führte uns mit der Bahn heraus aus Berlin, in schöne Potsdam hinein. Dort besuchten wir das Schloss "Sans Souci" (= ohne Sorgen). Es war schön dort. Die Räume der "Neuen Kammern" strahlten nur so vor Prunk, erzählten Geschichten längst vergangener Feste. Auch die Parkanlage ließ mich staunen, war diese doch so groß, voll von Obstbäumen, Springbrunnen und Blumen.
Wieder in Berlin legten wir den Kopf in den Nacken und bestaunten den 203 m hohen Fernsehturm. Es zog uns gleich weiter zum Alexanderplatz, zur Weltzeituhr, bis wir uns dann schließlich zu Fuß auf den Weg zur Allee "Unter den Linden" machten. Vorbei an der Museumsinsel, wo wir träumend im Gras lagen, hin zum Berliner Dom. Der Abschluss unserer Tour bildete ein leckeres Abendessen auf dem Hackescher Markt
Abends genossen wir noch lange das gute Wetter an der Spree.




















    

Tag 3


Der Montag stand ganz unter dem Thema der Politik, denn wir besuchten den Deutschen Bundestag, hatten dort eine Führung, saßen auf den Tribünen im Plenarsaal und starteten anschließend eine Diskussionrunde mit einem Abgeordneten der Linken.
Nach dem Mittagessen in der Kantine des Bundestags ging es zum Checkpoint Charly.
Der Tag endete wieder an der Spree, diesmal mit einer Lichtershow des Bundestags, bei der man sowohl mehr über die Geschichte Deutschlands, als auch über die des Bundestags erfuhr. Richtig klasse gemacht. 























 

Tag 4


Dienstagmorgen in Berlin. Auf zum DDR-Museum, Geschichte zum Anfassen. Dieses Museum war wirklich genial. Man bekam die berührende Geschichte der DDR näher gebracht, lernte diese zu verstehen. Es gab die Möglichkeit, durch alte Schulhefte zu blättern, sich in einen Trabi zu setzen oder eine Radiosendung der DDR anzuhören. Hier war immer der Gedanke zentral, dass die Mauer erst vor siebzehn Jahren fiel.
Danach begaben wir uns auf die Suche nach der Siegessäule und bewunderten das Schloss Bellevue
Am späten Nachmittag ging es für mich und einige weitere Schüler zum ehemaligen Stasigefängnis Hohenschönhausen. Einerseits war dieser Besuch wirklich schlimm, denn ein Zeitzeuge, der dort selbst inhaftiert war, zeigte uns das Gelände. Andererseits war es eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte, denn es war nicht nur interessant, sondern auch bewegend. 
Abends ging es dann mit der gesamten Stufe in das politisches Kabarett "Globale Betäubung" der "Stachelschweine". Extrem laut und kritisch.

Tag 5



Am Abend unserer letzten, ganzen Tages fand definitiv mein Highlight der Fahrt statt, doch der davorige Besuch im Mauermuseum war ebenfalls spannend. 
Erstmals warfen wir sozusagen einen Blick hinter die Kulissen, erfuhren, wie das gesamte System der Grenze funktionierte, erlebten die Mauer wortwörtlich. Durch einen weiteren Zeitzeugen wurde uns das persönliches Schicksal eines Republikflüchtlings näher gebracht. Endlich nahm die Mauer in meinem Kopf Form an. 
Abends besuchten wir dann das Musical "Hinterm Horizont". Obwohl ich kein Fan von Udo Lindenberg bin, gefiel mir dieses unglaublich gut. Bildete es doch einen gelungenen Abschluss.

Tag 6 (Abreise)


Der letzte Tag begann mit einem, zugegeben sehr langweiligen, Besuch der saarländischen Landesvertretung, ging allerdings berührend weiter durch die Erkundung des Holocaust-Mahnmals, das als Denkmal für die ermordeten Juden unter der Herrschaft Hitlers gebaut wurde. Etwas, was man in Berlin wirklich gesehen haben muss.


Als wir aus dem Bahnhof fuhren, verabschiedete ich mich von einer lauten Stadt, voller Geschichte und Eindrücke.


Bild 12, 16, 17 & 18 von D.

Juli 24, 2016

Wenn ich mich erinnern möchte, komme ich zurück


Wenn ich aus meinem Fenster schaue, sehe ich Wiesen. So grün, wie meine Lieblingsfarbe im Wassermalkasten.
Blumen, die wie bunte Punkte darauf getupft wurden.
Ich sehe einen Nussbaum, der dieses Jahr wohl keine Früchte trägt, weil er zu alt ist. Sein Stamm fühlt sich seltsam an, die unzähligen Unebenheiten in der Rinde sprechen von jahrelangem Empfinden.  
Wie viel hat er schon gesehen? 
Wie viel hat er bereits miterlebt? 
Kinder, die lachend um ihn tanzen, über die Wiese hüpfen und lauthals singen. Eine junge Frau, die seinen Schatten, den seine großen Ästen spenden, genießt. Ein Mädchen, das an ihn gelehnt da sitzt, das kitzelnde Gras zwischen den Zehen, in andere Welten versunken.

Und ich. Die Augen geschlossen, die Hand am alten Stamm.
Wie viel hat er schon gesehen? 
Wie viel hat er bereits miterlebt?
Und wovon konnte er sich nie trenne? 
Was aus der Vergangenheit belastet ihn noch heute? 
Er sieht traurig aus, mitgenommen.

Und in dem Moment wird mir klar, dass es Zeit ist, loszulassen. Abschied zu nehmen. Denn was bringt es, an Vergangenem festzuhalten, von dem man weiß, dass es nicht wieder kommt?
Also wende ich dem Nussbaum den Rücken zu. Laufe barfuß über das nasse Gras.
Und weiß, wenn ich mich erinnern möchte, komme ich zurück. Zu meinem alten Freund, der schon so viel gesehen, so viel miterlebt hat.

Juli 23, 2016

{Wanderlust} Tagestrip nach Straßburg

Durch etwas Glück durfte ich im Juli einen schönen Tag in Straßburg verbringen. Gemeinsam mit meinem Französischkurs machten wir uns auf und verbrachten die nächsten sieben Stunden in der elsässischen Stadt.
Wir schlenderten hin zum Straßburger Münster und bewunderten die Astronomische Uhr, aßen typische elsässisch, wie Flammkuchen oder Quiché Lorraine und beobachteten die Kellner beim Anwerben neuer Kunden.
Ein Streifzug durch das Quartier "Le Petit France" durfte natürlich auch nicht fehlen. Vorbei an alten Fachwerkhäusern, die sich eng aneinander drückten, um von dem Wasser der Ill geschützt zu sein. Überall Kopfsteinpflaster, kleine Straßencafes und Restaurants - ganz so, wie man sich eine französische Stadt vorstellt. 
Mit leckeren Macarons verweilten wir am Kanal, träumten vor uns hin und genossen den Tag.


Ich kann gar nicht genau sagen, wieso ich bisher so selten in Straßburg war, wo die "Hauptstadt Europas" (wie sie sich selbst nennt) nur zwei Stunden von meiner Heimat entfernt ist.
Denn um das französische Flair zu spüren, ist man hier genau richtig.


Juli 18, 2016

{Kolumne} Melancholische Traumtänzer

Generation Y - Eine Generation, der alle Türen offen stehen, die die Arbeitswelt auf den Kopf stellt, die Welt kritisch betrachtet und sich selbst als besonders ansieht.
Doch warum sind dann viele von uns so traurig? Gefangen, in der Melancholie, die eine ganze Generation zu befallen scheint?


Beginnen sollten wir vielleicht bei dem Begriff selbst - Generation Y. Das Y steht für das englische Wort Why, stellt also die Frage nach dem Warum? Diese offene Frage ist ein Symbol für die Unsicherheit unserer Generation, die nicht wirklich charakterisiert werden kann. Hierbei handelt es sich um eine Generation voll Ungewissheit, um eine Generation voller Möglichkeiten.
Und vielleicht liegt genau darin unser Problem - in all den Möglichkeiten.

Manch einer wird diesen Punkt als Luxusproblem bezeichnen, unsere Großeltern schütteln vermutlich die Köpfe, darüber, wie wir in diesem Zeitalter so traurig sein können, wo wir doch keine wirklichen Probleme kennen.
Das mag sein, viele von uns wissen vermutlich wirklich nicht, wie schwere Zeiten aussehen. Und auch die großen Entscheidungen mussten wir bisher eher selten fällen.
Und trotzdem, obwohl wir so vieles haben, wir jung, wild und bunt sind, sind wir auch traurig. 
Begleitet von dieser sanftmütigen Melancholie, die uns immer wenige Meter von der Ziellinie zurückhält.

Eine Generation, die unter dem Hagel der Kritik zu ersticken scheint, oft als langweilig, narzisstisch, unentschlossen und schwach betitelt wird. 
Und das macht es nicht besser. Der Druck steigt von Minute zu Minute. Als ob wir uns tief unter Wasser befinden würden, das Rauschen in den Ohren, Unmengen von Wassermassen um uns. Und oben, gen Himmel schimmert das Meer heller, die Oberfläche lässt sich erahnen. Wir kämpfen, schlagen mit den Beinen und schwimmen doch gegen den Strom. Und wir wissen, ankommen können wir nie.

Der Druck, der auf unseren Schultern lastet, ist enorm. Aussagen wie "Dir stehen alle Türen offen", "Du hast so viele Möglichkeiten" oder "Du kannst die ganze Welt bereisen" sind unsere täglichen Begleiter, Träume und Erwartungen unsere Kleidung. Stimmt, wir haben unfassbar viele Möglichkeiten. Fast schon zu viele, so dass sie uns förmlich erschlagen. Und hier liegt das Problem - wir können uns nicht entscheiden, bei so vielen Abzweigungen. Hinken bereits zerbrochenen Träumen hinterher und kommen doch nicht an der Ziellinie an. 
Ja, wir sind jung, wild und bunt. Wir sind aber auch traurig. In einer Identitätskrise gefangen, unglücklich und überfordert von all den Möglichkeiten. Wir halten uns für etwas besonderes und sind es doch nicht. Versuchen das Bild unseres perfekten Lebens durch Social Media aufrecht zu erhalten und merken dabei nicht, wie kaputt wir eigentlich sind. Wie wenig wir tun, weil wir alten Träumen hinterher tanzen. 



Wir sind melancholische Traumtänzer, die jeden Moment stürzen könnten.
Doch wer kann uns dann auffangen? 
Eigentlich bloß wir selbst, indem wir uns von den Erwartungen lösen, unsere eigene Generation starten, fern ab von Druck und zersplitterten Träumen.
Ja, eine Generation, die sich loslöst. Die Flügel ausbreitet und ihr Leben selbst in die Hand nimmt.

Juli 05, 2016

{Wanderlust} Saint-Guilhem-le-Désert

Ein Dorf zwischen zwei Bergen, unmittelbar beim Fluss Hérault und der Schulcht Gorges de l'Hérault. 260 Einwohner. Und eines der schönsten Dörfer Frankreichs.
Saint-Guilhem-le-Désert ist wirklich etwas Besonderes. Kopfsteinpflaster. Enge Gassen, steile Straßen. Alles an den Hang gekuschelt, mit unzähligen Blumen und Girlanden dekoriert. Überall laden kleine Bänke oder Stühle zum Verweilen und Träumen ein.
Wirklich einer der schönsten Orte, die ich je gesehen habe.

































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