Dezember 24, 2016

★ Fröhliche Weihnachten ★

Hallo ihr Lieben!

Ich wünsche Euch von Herzen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und hoffe, dass Ihr eine schöne und erholsame Zeit mit Euren liebsten Menschen verbringt.
Denn genau das sollte doch im Mittelpunkt der Festtage stehen. Nicht die Geschenke, der schönste Baum oder das aufwendigste Essen (auch wenn das alles wundervolle Nebeneffekte sind), viel eher die Ruhe, das Beisammen und Glücklich sein. Gerade an Weihnachten denkt man an die Menschen, die einen Platz im eigenen Herzen haben, teilt die Freude mit anderen und kann für einen Moment all die Sorgen und Probleme vergessen.
Genießt die Zeit! 

★ Fröhliche Weihnachten! ★

 

 Im neuen Jahr geht es dann hoffentlich voller Kreativität hier weiter auf "Himmlischer Federtraum".

 

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön für all Eure lieben Worte, Eure Kommentare und Nachrichten, Aufmunterungen und Leseempfehlungen. Ich könnte mir hier kein schöneres Ambiente vorstellen.

Dezember 22, 2016

{Wanderlust} Barri Gòtic y Barri Born - Barcelona II

Das Barri Gòtic gefiel mir bereits auf den Bildern von Pinterest unheimlich gut, das gotische Viertel dann allerdings selbst zu erkunden, ist noch einmal etwas ganz anderes. Überall die verzierten Bauten, der mythische Eindruck. 
Zu dem Zeitpunkt, zu dem ich in Barcelona war, fand vor La Catedral gerade ein Food Market statt und es gab wirklich alles, was das Herz begehrt. An den Churros konnte ich natürlich nicht vorbei gehen, aber das gehört, genau wie Tapas, in Spanien einfach dazu. 
Was ich Euch nur empfehlen kann, sind die Sardana-Tänze, die jeden Sonntag vor der Kirche stattfinden. Hier lernt man das katalanische Lebensgefühl erst so richtig kennen. Ebenso interessant war es, einen spanischen Gottesdienst zu besuchen. Wer sich für eine solche Messe nicht interessiert, sollte sich La Catedral aber trotzdem unbedingt von Innen anschauen. Sehr sehenswert.
An einem anderen Tag war der eigentliche Plan, das Museu Picasso zu besuchen, wo es über 3800 Werke des Malers zu sehen gibt, allerdings waren die Wartezeiten so enorm (also unbedingt vorbuchen), dass ich stattdessen das Barri Born durchlief. 
Ich bin sehr froh, dieses gesehen zu haben, denn dieses kleine Viertel ist geprägt von Kultur und Studentenleben. Hier gibt es kaum Touristen und überall laden bunte Straßencafés zum Verweilen ein. Super süße Läden, fernab von jedem Mainstream, unheimlich viel Straßenkunst und eben diese schöne Mischung aus historisch und modern.

Dezember 20, 2016

{Wanderlust} Auf Gaudís Spuren durch Barcelona I

Gaudí zählt zu den renommiertesten Vertretern des Modernismus und hat das Stadtbild Barcelonas deutlich geprägt. Verrückte Fassaden, bunte Farben - die von ihm entworfenen Gebäude fallen auf, auch denen die kein Vorwissen über den Modernismus haben.
Als ich Ende Oktober mit meinem Spanischkurs für sechs Tage in Barcelona war, bestand einer der ersten Programmpunkte darin, sich durch eine sehr gelungene Führung auf die Spuren der modernistischen Künstler, vor allem Gaudís, zu begeben. 
Jedes Gebäude ganz individuell gestaltet, jedes etwas anders und ein Kunstwerk für sich.
Gefühlt jedes zweite Gebäude ließ uns stehen bleiben, staunen, bewundern. Einen ersten Eindruck der Stadt anhand ihrer Architektur zu erhalten war perfekt, so entwickelte man doch ein Lebensgefühl für Barcelona, lernte die schönsten Ecken kennen und wanderte auch einmal abseits der überlaufenen Pfade.
In den nächsten Beiträgen möchte ich euch die katalanische Stadt noch etwas näher bringen, es sind also mehrer Posts geplant.

Was haltet Ihr von der Architektur in Barcelona?

Dezember 11, 2016

{Gedanken} Von Zielen, die uns auffressen


Gerade wenn es auf das Ende des Jahres zugeht - und das tut es offensichtlich (wo ist bloß all die Zeit hin?!) - denke ich noch mehr als sonst über die vergangenen Wochen und Monate nach. Was wollte ich erreichen? Wo wollte ich stehen? Wer wollte ich sein? So viele Fragen und so wenige Antworten. Denn ich habe das Gefühl, gerade die letzten Monate des Jahres damit vergeudet zu haben, mir viel zu viele Sorgen und Gedanken zu machen. Gerade was Leistungen anbelangt. Stundenlanges Grübeln, ob diese oder jene Antwort in der Klausur nun richtig oder falsch war. Ob ich nicht doch lieber hätte mehr lernen sollen, statt mit Freunden feiern zu gehen. 
Und über all dem die große Frage: Wofür tue ich das überhaupt?

Ist es nicht so, dass uns das Ziel, das wir vor Augen haben, motiviert? Immer weiter Richtung Ziellinie bringt, uns antreibt und stark sein, auch mal Rückschläge ertragen lässt? Doch was tun, wenn das eigene Ziel sich gegen uns wendet? Wenn wir anfangen, uns selbst zu hassen, für das Ziel, das wir uns gesetzt haben und von dem wir im Grunde wissen, dass es schier unmöglich ist, es zu erreichen.

Mein eigenes Ziel hat mich in den letzten Monaten regelrecht aufgefressen. Mir die Energie und Motivation geraubt. Genau das, wofür dieses Ziel doch eigentlich gedacht war, verschwand mit der Zeit. 
Mit diesen Gedanken im Kopf, redete ich mir immer wieder ein, nicht gut genug zu sein, dass es an mir läge, das Ziel nicht erreichen zu können. Vielleicht trage ich tatsächlich einen Teil der Schuld, doch dass auch äußere Einflüsse eine Rolle spielen, vergaß ich. 
Oftmals suchen Menschen die Schuld bei jemand anderem, um sich nicht mit ihrer Situation auseinander setzten zu müssen, bei mir ist es genau andersrum. 
Und somit das Zeichen, dass ich mein Ziel ändern muss. Denn  dieses sollte mich inspirieren, motivieren, mit Kraft geben. Nicht das Gegenteil tun.



Entschuldigt diese ernsten Gedanken so kurz vor Weihnachten, doch manchmal bedarf es dieser einfach, um die besinnliche Zeit ganz in sich aufnehmen und genießen zu können.
Ich wünsche Euch einen wunderschönen 3. Advent.

Dezember 07, 2016

Lebenswegweiser

Es gibt Zitate, Sprüche, Lebensweisheiten, Mantras - wie auch immer man sie nennen mag - die uns durch unser Leben begleiten, die uns hier und da den Weg weisen und uns zeigen, was das eigentlich bedeutet - leben. 
Deshalb einige meiner persönlich liebsten Lebenswegweiser:


"Silence isn't empty, it's full of answers."

Viel zu lange habe ich gebraucht, um zu verstehen, dass davon laufen nichts bringt. Es bringt mich weder weiter, noch birgt es die Antwort hinter der nächsten Straßenbiegung. Viel eher laufe ich mit dem Balast auf den Schultern davon, denn mit keinem Schritt wird dieser Balast in meinem Kopf weniger. Es hat seine Zeit gebraucht, um zu verstehen, dass der Balast sich nicht von selbst auflöst. Ich muss nicht vor der Stille davon laufen, aus Angst, keine Antwort zu erhalten, von einer Leere erdrückt zu werden. Denn wenn man erst einmal an dem Punkt des Stillstandes angekommen ist, sich traut, Luft zu holen, kommen die Antworten ganz von alleine. Man muss die Stille eben zulassen. Und darf nicht davon rennen, sich nicht die Ohren zuhalten, vor lauter Angst, von der Stille erdrückt zu werden. Denn die Antworten werden kommen. Mit der Stille. Ganz von allein. 


"There are always flowers for those who want to see them." - Henri Matisse

Dieser Spruch spricht mir so aus der Seele! Denn auch wenn ich manchmal dramatisch sein kann, aus einer Mücke einen Elefanten und mir definitiv zu viele Gedanken mache, perfektionistisch bin und hoffe, zu oft hoffe, kann ich doch das Schöne sehen. Im Kleinen und im Großen. Immer und überall. Denn ich weiß, dass überall eine Blume blüht, sei sie auch noch so klein, sei der Wind auch noch so eisig. Und das ist etwas, woran ich mich fest klammere, was mir täglich ein Lächeln aufs Gesicht zaubert und mir zeigt: Alles halb so schlimm. 


"Laissons le temps au temps."

Mit Sicherheit etwas, was ich noch lernen muss. Man sollte sich nicht zu sehr an Vergangenem festkrallen und akzeptieren, dass man manche Dinge eben nicht ändern kann. Kein Aufruf hin zum "Laissez-faire" Modus, viel eher ein Appell an die Achtsamkeit und für mehr Gelassenheit. Denn manchmal täte mir das sicherlich gut.
Und außerdem ist das Mantra auf Französisch, sagt das nicht alles? 


"We are, what we believe we are. " - C. S. Lewis

Vielerlei Dinge haben einen tieferen Sinn oder gar mehrere. Gedichte sind Interpretationssache. So auch dieses Zitat von C. S. Lewis.  Für mich bedeutet es, dass wir sein können, was wir wollen. Natürlich kommt die Veränderung nicht von selbst, der Weg wird verschlungen und schwierig sein, doch ist der erste Schritt bloß dann gemacht, wenn wir auch gedanklich so weit sind. Wir sind, was wir glauben zu sein. Und wir können sein, wer wir sein wollen, wenn wir daran glauben. So, oder so ähnlich.


"Do what is right, not what is easy."

Oftmals ist der einfache Weg der so viel verlockendere. Denn weshalb den schweren wählen, wenn es auch leicht geht? Ohne große Anstrengung an ein Ziel gelangen. Fragt sich nur, an welches.
Das Ziel, das ich immer vor Augen hatte? Der große Traum, vor dem ich die ganze Zeit schon zurückgeschreckt bin weil ich weiß, wie schwer das Erreichen ist? Oder der Plan B - mein Ausweich-Plan, eine akzeptable Alternative, mit einem kleinen bitteren Beigeschmack.
Vielleicht mag er einfacher sein. Früher zu erreichen, der Weg nicht allzu steinig. Aber ist es letztlich wirklich das, was mich ausfüllt? Oder doch nur die Alternative mit dem Beigeschmack?

Habt Ihr auch diese ganz besonderen Mantras, die euch durch das Leben und den Alltag helfen?

Dezember 01, 2016

{Kolumne} Haken ab. Streichen durch.


Wir sind mit unserem Schreibtisch verheiratet. Verschmolzen mit dem Laptop. Verbunden mit unserem Smartphone.
Quantität vor Qualität. Schnell, schneller, am Schnellsten. 
Effektiv. Effizient.
Perfekt muss es sein und schnell noch dazu. Denn wer langsam arbeitet ist faul. Dumm. Unverlässlich. Kein Teil unserer Gesellschaft.

Wir haben Spaß am Arbeiten. Schreiben uns seitenlange Listen und freuen uns, einen weiteren Punkt durchstreichen zu können. Planen und timen alles genau, damit auch die kürzeste Sekunde ausgefüllt und perfekt genutzt werden kann.
Denn wer nicht kontinuierlich arbeitet, nicht fleißig ist, der wird nichts erreichen. Wird nicht erfolgreich sein, sondern eben faul bleiben, auf der Strecke bleiben. Letzter sein. Glauben wir zumindest.
Genau das, was wir am wenigsten wollen, wovor wir uns am meisten fürchten.
Aus diesem Grund arbeiten wir. Haken ab. Streichen durch. Laugen uns aus und vergessen zu atmen.

Und manchmal, immer seltener, da hören wir diese Stimme. Bloß ein Hauch, ein Flüstern, das uns sagt, dass wir aufhören sollten. Pause machen. Augen schließen. Träumen. Wir hören nicht zu und wissen doch, dass wir unsere Grenzen längst überschritten haben. Dass das, was wir tun längst nicht mehr effektiv ist. Oder effizient.

Also wagen wir es doch mal, brechen aus unserer Komfortzone aus und schließen die Augen. Sind mal nicht fleißig. Träumen. Entfalten uns und lassen die Gedanken treiben.
Denn das heißt noch lange nicht, dass wir faul, dumm oder unverlässlich sind. Viel eher, dass wir auf unsere innere Stimme hören und das Träumen nicht vergessen.


Aufatmen.

November 30, 2016

{Rückblick} November 2016

Glücksmomente

* Sich von altem Balast befreit zu haben.
* Das Weihnachtsstück unseres Staatstheaters zu sehen. Mit meiner kleinen Schwester, "Ronja Räubertochter" in einer wundervollen Umsetzung und mit tollem Bühnenbild.
* St. Martin mit dem Orchester begleiten und sich ein bisschen wie mit zehn fühlen.
* "Werwolf" spielen bist tief in die Nacht und mit Freunden über das Leben philosophieren.
* Der erste Schnee, wenn auch nur Flocken, die sofort wieder verschwanden (Schnee ist Schnee!).
* Als Abwechslung zum Schreibtisch durch den bunten Wald wandern und trotz Nebelnovember bunte Farben entdecken.
* Weihnachtlich dekorieren und "Weihnachtskuchen" (in Form von Tiroler Nusskuchen) backen.
* Trotz des definitiv nicht vorhandenen Talents zum Zeichnen meine Liebe fürs Art Journaling entdeckt.
* Mit den besten Freundinnen in "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" gesessen und dieses ganz besondere Harry-Potter-Feeling gespürt zu haben. 
* Wunderschöne Sonnenuntergänge.


Geträumt

"Denn Worte machen Angst, Angst davor, dass Taten folgen. Und wo Angst ist, da fehlt die Hoffnung. || Gemeinsam lachen, scherzen, Waffelduft. Und doch mit dem Gedanken, dass es allzu bald endet. || Geahnt und doch nicht kommen gesehen. || Vielleicht ist es auch einfach nur die Enttäuschung. Ich war immer darauf bedacht, Linien einzuzeichnen und nun sind es ausgerechnet diese, die so schmerzen. Und dass ich im Grunde so wenig weiß. || Man lebt sich auseinander, eine Freundschaft aus Kindertagen zerbricht. Da ist sie wieder, die Melancholie. Vielleicht liegt es daran, dass wir alle eines Tages erwachsen werden."

Gelesen

Viel zu viele Texte für die Schule und viel zu wenig Literarisches.
Begonnen: "Gone Girl" von Gillian Flynn (bisher super spannend - fast zu spannend, um abends einzuschlafen) 
Beendet: Flow.



In diesem Sinne wünsche ich Dir einen wunderschön weihnachtlichen Dezember. Morgen darf bereits das erste Türchen geöffnet werden! 



November 25, 2016

{Selbstgeschriebenes} Wir warten auf Worte, die unausgesprochen bleiben

„Ich verstehe nicht, wieso du dich selbst so sehr verabscheust!“, schleuderte er ihr entgegen. Worte wie Messerstiche. Scharf. Vernichtend. Und doch von einer unfassbar großen Sorge sprechend. Unverständnis. Ein Vorwurf. Wut.
Obwohl er dies überhaupt nicht wollte. Er wollte sie verstehen, wollte die nassen Flügel, die von dem Stein an den Spitzen immer weiter nach unten getrieben wurden, befreien. Die Steine loslösen, sie voller Wucht gegen das Glas feuern. Glas konnte splittern. Ebenso wie eine Seele. Ein Phänomen, das er zu dem Zeitpunkt ebenfalls nicht verstanden hatte.
Sie zog die Schultern ein, senkten den Kopf. Wagte es nicht, ihm in die Augen zu sehen. Würde er es jemals verstehen?
„Dein Hass ist selbstzerstörerisch!“
Richtig festgestellt, dachte sie zynisch. Erschrak vor den eigenen Gedanken. Früher war sie nicht so gewesen. Ein weiterer Punkt auf der Liste. Sie wurde mit jedem Gespräch länger.
Taten sie das überhaupt noch? Miteinander sprechen? Oder gab er nicht bloß Worte von sich, ebenso wie sie? Jeder für sich. Worte, die an dem anderen vorbei glitten. Davon schwebten, bloß ausgesprochen, aber ungehört.

*

„Was machst du da?“ Panisch. Schrill. So hatte seine Stimme noch nie geklungen.
„Wieso sitzt du so dicht am Rand?“
Er stand neben ihr. Ganz dicht. Sie konnte den Nachhall des Steine-Knirschens noch hören. Seinen Atem spüren. Er ging fast schneller als ihrer und hatte doch etwas Gleichmäßiges. Die Regelmäßigkeit, die sie in ihrem Leben so sehr verabscheute. Hasste sie ihn deshalb so sehr? Weil er etwas gefunden hatte, das ihn ruhig schlafen ließ?
„Wovor hast du solche Angst?“ Unerwartet. Ein Stoß Richtung Kante. Und doch der mühsame Versuch, sie am Leben zu halten.
Sie schluckte. Sandtrockensprechschwer.
Ein Krächzen. Wie eine Krähe. Ein Rabe. Flügel dieses. Federn, die zu Boden glitten. Hinab, gen Boden. 10 Meter nach unten. Segelnd. Schwebend. Unbeschwert wirkend. Und doch wusste sie, was es bedeutete, 10 Meter hinab zu stürzen.
„Vor dem Leben“, antwortete sie.
Er ging in die Hocke. Auf gleicher Höhe. Augenhöhe. Das Gesicht ganz nah. Und doch weiter entfernt als das Firmament selbst.
„Wie kann man vor dem Leben Angst haben? Ist es nicht das, was wir hier tun? In diesem Augenblick? Leben? So etwas konstantes, der Anhaltspunkt unserer Seins. Und davor hast du Angst?“
Er nahm sie nicht ernst. Mal wieder nicht. Warum fragte er, wenn ihm die Antwort letztlich sowieso ein Rätsel war? Sprach sie so kryptisch? Oder wollte er einfach nicht zuhören?
„Ist dir schon einmal aufgefallen, dass wir untergehen? Untergehen in dieser Masse, in der Gesellschaft, in dem, was du Leben nennst? Jeglicher Gedanke wir weitergeführt, ausgeführt, niedergemetzelt. Alles braucht einen Sinn, alles muss effektiv und initiativ sein. Denn unsere Gesellschaft soll vorankommen, ans Ziel kommen. Meistern jeglicher Probleme, oder sie zumindest überdenken. Dreht sich die Erde um die Sonne? Oder doch nicht eher die Sonne um die Erde? Denn dreht sich nicht alles um die Erde? Ihre Bewohner, ihre Ressourcen, ihr Leben?“
Stocken. Ein Blick zum Mond. Silbrigglänzendweitentfernt. Immer da und doch kaum nennenswert. Denn dreht sich nicht alles um die Erde? Oder die Sonne?
Er nahm ihren Arm. Nicht sachte und gefühlvoll, wie früher. Ein fester Griff. Bestimmend.
„Komm weg da. Weg vom Rand.“
Was er eigentlich sagen wollte: „Wenn du solch einen Bullshit redest, kommst du da weg. Denn wenn du springst, bekomme ich Ärger.“
Als ob er sich jemals wirklich Sorgen gemacht hätte. Viel eher war es die Angst vor den Konsequenzen. In Schwierigkeiten zu geraten und der Konstanten entrissen zu werden.
„Ich habe Angst, bei all diesen Gedanken in dieser Masse unterzugehen.“

*


„Worauf wartest du?“
„Auf einen Helden.“
Augenzusammenkneifen. Stirnrunzeln. Überlegen. Gedankenminuten.
„Wir wissen doch beide, wir brauchen keine Helden.“
Sie schüttelte den Kopf.
„Er war nicht dein Held. Und das wissen wir ebenso, wie dass wir die nicht brauchen. Es ist wie mit den Worten.“
Fragender Blick.
„Es ist wie mit den Worten. Wir warten auf Worte, die unausgesprochen bleiben. Immer und immer wieder, obwohl uns längst klar ist, dass niemand sie sagen wird.“
„Aber was tun wir dagegen?“
„Wir sprechen sie selbst aus.“ 



November 20, 2016

Dem Sonnenaufgang entgegen oder ein neues Ich



Und dann gibt es diese Tage, an denen alles auf und ab geht. In der einen Minute bin ich glücklich, habe das Gefühl, das Herz quillt über vor lauter Freude und Sonnenschein. Doch im nächsten Moment kommt sie bereits, die düstere Gewitterwolke, schiebt sich vor die Sonnen, lässt es blitzen, donnern, hageln, dass ich mich nur noch klein machen und unter meinem Bett verstecken möchte.
Das sind die Momente, in denen ich das Gefühl habe, niemand versteht mich, niemand kann nachvollziehen, welcher Sturm in mir tobt. Ich selbst am wenigsten. Und das, wo ich mich doch eigentlich am besten kennen müsste.
In diesen Momenten bin ich mir ferner denn je. Schaue bloß zu, in meinem eigenen Leben. Sitze auf der Tribüne und feuere mich an, oder buhe mich aus. Ich schaue bloß zu. Eine Außenstehende. Eine Beobachterin. Ich verstehe mich nicht. Verstehe mein Herz nicht, verstehe meinen Willen nicht. Ich verstehe mich nicht.
Sind das die Phasen im Leben, in denen man merkt, dass man sich doch noch nicht gänzlich selbst gefunden hat? Phasen, in denen einem bewusst wird, wie viele Seiten des Inneren noch unentdeckt sind? Ein Feuer, das bloß lodert, nicht entfacht wurde. Doch dafür braucht es im Grunde bloß einen kleinen Funken, bis alles Feuer fängt, in Flammen aufgeht.
In diesen Phasen bin ich mir ferner denn je und betrachte mein Leben wie einen schlechten Film. Habe keinerlei Halt, bloß Angst, noch tiefer zu fallen.


Was hilft, ist die Gewissheit, dass ich zumindest einen kleinen Teil von mir bereits kenne. Und dass es eigentlich ganz spannend sein kann, sich selbst besser kennen zu lernen. Vielfalt. Etwas, was ich liebe.

Und wenn es ganz schlimm ist, stelle ich mir meinen Wecker. 05:35. Er reißt mich aus dem Schlaf, führt mich nach draußen in die Kälte. Raus ans Meer. Dem Sonnenaufgang entgegen. Ein neuer Tag. Ein neuer Anfang. Ein neues Ich.

November 15, 2016

{Gedanken} Reset.

Reset steht in großen Buchstaben auf dem Bildschirm.



Laut Wikipedia der Vorgang, durch den ein elektronisches System in seinen Anfangszustand gebracht wird.
Reset wie Neuanfang. Reset wie Neustart.
Nicht der kleine Pfeil, die Zurück-Taste, sondern eine Funktion, die das Alte löscht. Alles mit sich reißt und vergessen lässt. Ohne Spuren zu hinterlassen, ohne Erinnerungen. Gnadenlos. Eine Entscheidung, die man nicht mehr rückgängig machen kann.



Reset wie Neuanfang. Reset wie Neustart.
Oder auch Reset wie Vergessen. Reset wie Loslassen.
Reset wie sich trennen. Von altem Ballast. Von Ängsten und Sorgen. Von gescheiterten Beziehungen und Enttäuschungen. Aber auch von Abzweigungen, die man nicht genommen hat. Entscheidungen, die man bis heute bereut. Und Träumen, denen man noch immer hinterher jagt, obwohl man längst an anderer Stelle steht.




Reset wie Neuanfang. Reset wie Neustart.
Ein Start ins Blaue. Alles neu. Alles bunt. Alles laut.
Aufregend. Unerfahren. Oder doch erfahren.
Auf in neue Abenteuer. Veränderungen.
Neue Chance. Neue Träume.
Und alte Muster.









Bilder: Borkum- Herbst 2016

November 13, 2016

{Wanderlust} She loved the sea.

" She loved the sea.

She liked the sharp
salty smell of the air,
and the vastness
of the horizons
bounded only by a vault
of azure sky above.

It made her feel small,
but free as well."

- George R. R. Martin - 
 








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