Januar 28, 2015

(Rezension) "Das Parfum" von Patrick Süskind


Zum Inhalt



»Von Jean-Baptiste Grenouille, dem finsteren Helden, sei nur verraten, daß er 1738 in Paris, in einer stinkigen Fischbude, geboren wird. Die Ammen, denen das Kerlchen an die Brust gelegt wird, halten es nur ein paar Tage mit ihm aus: Er sei zu gierig, außerdem vom Teufel besessen, wofür es untrügliche Indizien gebe: den fehlenden Duft, den unverwechselbaren Geruch, den Säuglinge auszuströmen pflegen.«

(Quelle: Lovelybooks) 


Meine Meinung



Ein Mann, ohne Geruch, aber mit dem besten Geruchsinn der Welt. Jean-Baptiste Grenouille ist einerseits genial, andererseits ein abscheulicher Mörder. Auf der Suche nach den schönsten Düften, um das Parfum herzustellen, darf der Leser diesen begleiten und taucht in die Welt der Gerüche ein.

Schullektüren stehe ich normalerweise etwas kritisch gegenüber. Wie oft handelte es sich um Romane, in denen die Gefühle der Jugend gefangen waren?
Doch auf "Das Parfum" habe ich mich sehr gefreut. Viel wusste ich darüber nicht, nur, dass es sich um die Geschichte eines Mörders handelt.
So viel mehr beinhaltet die Handlung von dem Klassiker. Zwar zieht sich die Handlung stellenweise, aber trotzdem ist es interessant und spannend zu lesen.

Patrick Süskinds Schreibstil glänzt nicht durch große, poetische Worte, sondern mit Wortspielen. Oftmals verbarg sich ein Witz hinter den Sätzen, das Wort riechen spielte eine zentrale Rolle.
Flüssig lesen ließ sich das Buch definitiv, jedoch waren manch ausführlichen Duftbeschreibungen etwas zu viel.

Hauptprotagonist Grenouille ist nicht dazu ausgelegt, dem Leser zu gefallen. Wie soll er auch, wenn er ständig als  widerlicher Zeche beschrieben wird. In gewisser Weise tat Jean-Baptiste mir trotzdem leid. Ein interessanter Charakter war er auf jeden Fall.
All die Nebencharakter waren für die Handlung meist nicht allzu  wichtig, bis auf die wunderschönen Opfer des Mörders. Diese lernte man aber nur durch ihren besonderen Duft kennen.

Letzte Gedanken


 
"Das Parfum" von Patrick Süskind ist ein Klassiker, der mich enorm fasziniert hat. Düfte werden hier als sehr besonders dargestellt und ständig ist man auf der Jagd nach den Guten. Trotz einiger langatmiger Passagen verschlang ich den Roman und kann es gerade wegen dem Schullektüre-Status weiterempfehlen.
 

Januar 20, 2015

(Rezension) "Margos Spuren" von John Green



Kurze Info

Margos Spuren
John Green
336 Seiten
Taschenbuch bei Deutscher Taschenbuchverlag
8,95 Euro

Zum Inhalt


Solange Quentin denken kann, ist Margo für ihn das begehrenswerteste Mädchen überhaupt. Doch je näher er ihr kommt, desto rätselhafter und unerreichbarer wird sie. Und dann steht Margo eines Nachts plötzlich vor seinem Fenster und bittet ihn um Hilfe: Er soll sie auf ihrem persönlichen Rachefeldzug begleiten und Freunden, die sie enttäuscht haben, einen Denkzettel verpassen. Quentin macht mit. Für eine Nacht wirft er alle Ängste über Bord. Doch am nächsten Morgen ist Margo verschwunden. Quentin sucht sie verzweifelt und findet Spuren, die ganz bewusst gestreut wurden. Um Margo zu finden, taucht er ein in ihr Universum und folgt ihr quer durch die USA. Es ist eine Reise zu einer Frau, die viel mehr ist, als er sich je erträumt hat, und zugleich ganz anders, als er je hat wahrhaben wollen.
(Amazon) 

Meine Meinung

Hinter jeder Fassade verbirgt sich ein Mensch. Jede Medallie hat zwei Seiten. Und so ist es auch mit Margo Roth Spiegelmann.
Quentin, der kurz vor seinem Abschluss steht, verehrt dieses scheinbar so perfekte Mädchen sehr, himmelt sie an. Als er sich eines Abends auf eine abenteuerliche Tour mit Margo einlässt, verändert diese seine Sichtweise. Und als dann kurz darauf Margo verschwindet, folgt Quentin ihren Spuren. Um die echte Margo kennenzulernen. Um hinter die Fassade zu blicken.

Eine Spurensuche der anderen Art. Das erwartet den Leser bei "Margos Spuren". Voller Charme, Natürlichkeit und Intelligenz ist man auf der Suche nach Margo. Der wahren Margo. Und nie wird es langweilig, denn Überraschungen, sowie Spannung erwarten den Leser auf jeder Seite.

Nach meinem zweiten Buch von ihm, bekenne ich mich inzwischen also großer John Green Fan. Mit knapp 336 Seiten, hat er es geschafft, mich wieder einmal absolut zu begeistern. Dies liegt vor allem an Greens außergewöhnlichem Schreibstil. Zwar ist dieser an der Jugendsprache orientiert, bringt jedoch trotzdem etwas lyrisches, poetisches mit sich. Mit Metaphern wird nicht um sich geworfen, sondern sie werden mit bedacht verwendet. Und diese Mischung aus Lockerheit und Lyrik schafft ein tolles Ambiente.

Ich muss den Verwundeten fragen, wo er verletzt ist, denn ich kann nicht der Verwundete werden. Der einzige Verwundete, der ich sein kann, bin ich.
(John Green, Margos Spuren; S. 324)

Neben der geheimnisvollen Margo, aus der ich bis zum Schluss nicht schlau wurde, gibt es Quentin. Quentin ist ein typischer High School Schüler. Nicht sonderlich beliebt, keine Schönheit, Videospielsüchtig. Und trotzdem ist er unglaublich sympathisch und clever. Er nimmt den Leser an der Hand, zeigt ihm die Welt von Margo.
Auch seine Freunde und all die Mitstreiter von Margo schienen authentisch und realistisch.

Was mir bei diesem Jugendroman besonders in Erinnerung blieb, sind die wahnsinnig gut versteckten Spuren von Margo. Alles hatte einen tieferen Sinn, eine Bedeutung. Und diese sollte man sich wirklich merken und aus ihnen lernen.

Letzte Gedanken


Margos Spuren von John Green ließ mich nach wenigen Seiten nicht mehr los. Mit Spannung, Tiefgrund und Charm lernt der Leser, hinter die Fassaden zu blicken und nicht alles so hinzunehmen wie es kommt. Ein Roman mit Poesie und Moral. Absolut lesenswert.

Januar 10, 2015

(Rezension) "Der Nachtzirkus" von Erin Morgenstern




 Zum Inhalt


Als Marco und Celia einander begegnen, verlieben sie sich rettungslos ineinander. Was sie nicht wissen: Sie sind bereits unauflösbar aneinander gebunden. Doch nicht als Liebende – sondern als Gegner. Ihre Väter, beide Magier von Rang, liefern sich seit Ewigkeiten einen unerbittlichen Wettkampf. Und sie haben ihre Kinder darauf vorbereitet, den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Der Nachtzirkus, eine magische, verwunschene Welt in Schwarz und Weiß, ist der Schauplatz des Geschehens. Unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen Celia und Marco verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.

(Amazon)


Januar 06, 2015

(Rezension) "Eines Tages, Baby" von Julia Engelmann


 

Kurze Info


Eines Tages, Baby
Julia Engelmann
96 Seiten
Erschienen am 19. Mai 2014
Taschenbuch bei Goldmann Verlag
Poetry-Slam Texte  
7,00 € [D]

Poetry-Slam, was ist das eigentlich?
Ein Poetry Slam ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden (sagt Wikipedia).
Meiner Meinung nach sind diese Texte eine Mischung aus Gedicht, Gedanken und Liedtext. Also eigentlich die perfekte Mischung, oder?

Die Slammerin Julia Engelmann ist wohl seit spätestens Ende letzten Jahres überall bekannt. Mit ihrem Poetry-Slam Beitrag One Day / Reckoning Text wurde sie zum You Tube Star und inzwischen hat sie auch ein eigenes Buch voller berührender Texte veröffentlicht.
Auch ich kam an diesem nicht vorbei. Innerhalb weniger Tage hatte ich jeden einzelnen, gefühlvollen Gedanken der Psychologie Studentin verschlungen.
Aber wieso ist die gerade mal 22-jährige so erfolgreich? Ganz einfach, weil sie ihren Lesern aus der Seele spricht. In ihren Texten geht es nicht um oberflächliche Dinge, nein, diese greifen tiefer. Sie ist ehrlich, fernab vom Mainstream. Und das spürt man in ihren Poetry-Slam Texten. In jedem einzelnen.

Schwer fällt es mir, mich für einen Lieblingstext zu entscheiden. Doch letztendlich ist die Wahl auf zwei Texte gefallen.
Zum einen finde ich "Goldfisch" einfach bezaubernd. Mit einer originelle Idee zeigt Julia Engelmann uns, wie absurd und seltsam wir Menschen doch sein können.

Die Welt ist sehr absurd,
denkt der Goldfisch fasziniert,
und so schaut er weiter zu,
was hinterm Glas passiert.
(Julia Engelmann, Goldfisch)

Außerdem hat es mir "Stille Wasser sind attraktiv" angetan. Denn auf den Punkt beschreibt dieser Beitrag meine eigene Sichtweise.

Und es geht doch um den Inhalt,
viel mehr als um die Form,
es geht um den Einzelfall,
viel mehr als um die Norm,
es geht nicht um Physik,
es geht um Fantasie,
vor allem geht's ums Was - 
viel mehr als um das Wie.
(Julia Engelmann, Stille Wasser sind attraktiv)
Kurz gesagt: Ich kann Dir Eines Tages, Baby von Julia Engelmann nur ans Herz legen. Vielleicht mag Dir der Preis für knappe 96 Seiten viel vorkommen, doch es lohnt sich. Versprochen.
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