November 19, 2014

(Reisen) Vor- und Nachteile eines Schüleraustausches: Meine Erfahrungen

Nachdem ich nun schon eine ganze Weile wieder in Deutschland bin, hatte ich geügend Zeit, mir Gedanken über mein Projekt "Schüleraustausch" zu machen, die schönen und schlechten Seiten abzuwägen und mit dem Erlebten abzuschließen.
Während meinem kleinen Abenteuer bin ich auf manch ein Hinderniss getroffen, konnte es überwinden oder bin gescheitert.
Von allem war etwas dabei, doch darum soll es heute erst einmal gar nicht gehen, sondern um die Dinge, die für und gegen einen Schüleraustausch in Frankreich sprechen.

Ich weiß noch, wie lange ich vor meiner Zusage zu diesem Projekt überlegt und abgewogen habe, mir unsicher war.
Vielleicht stehst auch du gerade vor so einer Entscheidung? Oder dich interessiert dieses Thema? Dann kannst du hier meine Gedanken lesen.



Vor- und Nachteile eines Schüleraustausches


Pro:

Verbesserung der Sprachkenntnisse
Wer an einem Schüleraustausch teilnimmt, kann seine Sprachkenntnisse enorm verbessern. Vor allem in Südfrankreich sprechen nur sehr wenige Menschen (gut) Deutsch und man ist auf das Französische angewiesen. Ohne zu sprechen kommt man nicht weit. Nach kurzer Zeit schon sind alle Ängste überwunden und man redet wie ein Wasserfall. Von Tag zu Tag fühlt man sich sicherer in der Fremdsprache und irgendwann ist es dann soweit: Man träumt auf Französisch.

Neue Kulturen kennenlernen
Wer für längere Zeit im Ausland lebt, bekommt die unbezahlbare Chance, in eine fremde Kultur einzutauchen. Wer dann auch noch in einer Gastfamilie unterkommt, ist mittendrin im französischen Alltag, lernt das (gute) Essen zu lieben und wird mit Sicherheit einige Kilos zunehmen. 
Bummeln auf einem Wochenmarkt, Kinobesuch mit neu gewonnenen Freunden, Unterricht im Lycée... All das sind wertvolle, alltägliche Dinge, die einen großen Wert besitzen und einem das Leben in Frankreich näher bringen. Nur so kann man eins werden mit dem Land, der Sprache und der Kultur.

Erfahrungen sammeln
Eines ist klar, wenn man alleine in einem fremden Land ist, ist man oftmals auf sich alleine gestellt. Ausweichen ist nicht.
Doch gerade an schwierigen Situationen wächst man ungemein. Bei selbstständigen Stadtausflügen wird man mutiger, im Umgang mit neuen Klassenkameraden offener. Umso länger man die Fremdsprache spricht, umso selbstsicherer und selbstbewusster wird man.
Durch einen Schüleraustausch entwickelt man sich weiter, wird reifer.
Also, perfekt für die, die noch auf der Suche nach sich selbst sind.

Freunde fürs Leben finden
Dieser Punkt ist keine Garantie, aber definitiv realistisch. 
Wer offen mit neu gewonnenen Bekanntschaften umgeht, mehr über sie erfahren möchte, hat die Chance, neue Freundschaften zu schließen. Nach unzähligen gemeinsamen Ausflügen ist dann zwar irgendwann der Moment des Abschieds gekommen, doch diese Trennung muss keines Wegs für immer sein. Es können Briefe geschrieben werden. Und das aller schönste ist doch, wenn man sich gegenseitig besuchen kann. Wer weiß, vielleicht entsteht so eine Freundschaft fürs Leben?



Contra: 
 

Unpassende/r Austauschpartner/in
Oftmals herrscht vorallem bei Schüleraustauschen im französischen Raum eine geringe Teilnehmerzahl. Somit ist die Auswahl an Partnern eher klein und gemeinsame Interessen eine Glückssache. 
Es ist also möglich, dass man eine/n Austauschpartner/in hat, der/die überhaupt nichts mit einem gemein hat. 
Zwar können diese Differenzen auch überwunden werden, aber eine Garantie gibt es hierfür nicht.

Motivationslose Familie
Dieser Punkt klingt für viele sehr unrealistisch, doch ich habe es am eigenen Leib erlebt. Es gibt Familien, die nur an einem Austausch teilnehmen, um ihrem Kind die Chance eines Auslandsaufenthalts zu ermöglichen. Um den Schüler, der als Gegenleistung auch zu ihnen kommt, machen sie sich weniger Gedanken und kümmern sich kaum um ihn. Wer in diesem Fall nicht die Möglichkeit auf Eigeninitiative hat, ist verloren.

Heimweh
Wenn man sich an einem fremden Ort nicht wohlfühlt, ist es ganz schnell da. Das Heimweh. Diese Sehnsucht nach Zuhause kann bei einem Schüleraustausch zum größten Feind werden, und alles schöne überschatten. Wer sich also nicht hundertprozentig sicher ist, dass er es für lange Zeit ohne das gewohnte Umfeld aushalten kann, hat es mit einem Schüleraustausch nicht allzu gut getroffen. 



Natürlich sind die eben genannten Punkte aus meinen Erfahrungen und Ansichten entstanden. Mehr zu meinem eigenen Schüleraustausch gibt es bald zu lesen.
 

Hast du schon mal an einem Schüleraustausch teilgenommen? Oder hast du es vor? Warst du einmal längere Zeit im Ausland? Welche Erfahrungen hast du gesammelt? Erzähl mir doch gerne in den Kommentaren davon. Ich würde mich sehr freuen.
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