Februar 23, 2014

"Wen der Rabe ruft" von Maggie Stiefvater

Die Bäume wurden immer höher, manche von ihnen waren zu regelrechten Festungen zusammengewachsen, riesenhaft und mit spitzen Türmchen bewehrt. Hoch über ihnen schwebten die Kronen, rauschend und Ehrfurcht gebietend. Alles war grün, grün, grün. (S. 252)            

Zum Inhalt


Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht.
Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird.
Doch Blue trägt ein Geheimnis in sich: Seit sie sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?
(Quelle: Scrpit5)

Blue hatte zwei große Regeln im Leben. Nummer eins: Halte dich von Jungs fern - die machen nur Ärger. Nummer zwei: Halte dich von Aglionby-Juns fern - die sind alle Mistkerle. (S. 10)

Meine Meinung


Das Cover von „Wen der Rabe ruft“ ist sehr schön gestaltet und hat für mich diesen typischen „Script5-Flaire“, den ich liebe, wirkt etwas düster, geheimnisvoll und spannend. Passt also perfekt zum Klappentext.

Die Handlungsidee der Geschichte gefällt mir sehr gut. Wahrsagen, der Glaube an das Übernatürliche, magische Kräfte und Geister:
Blue Sargent lebt in einem Haus voller Wahrsagerinnen. Doch leider ist sie selbst nicht mit dieser Gabe beschenkt, „verstärkt“ sie nur.
Am 24. April, dem Vorabend des Markustags, begibt sich Blue zusammen mit ihrer mysteriösen Tante Neeve auf den Friedhof von Henrietta, um den Leichenweg zu sehen. An diesem Abend wird Neeve  erfahren, wer im nächsten Jahr einen plötzlichen Tod erleidet. Ihrer Nichte Blue kommt hierbei die Aufgabe zugute, ihre hellseherischen Fähigkeiten zu verstärken. Plötzlich sieht das Mädchen allerdings selbst einen jungen Menschen, dem der Tod bevorsteht. Sein Name lautet Gansey und das Blue ihn sieht kann nur zwei Dinge bedeuten: Entweder wird Blue sich in ihn verlieben oder ihn töten.

Mit dieser Handlung gleich am Anfang befindet sich der Leser bereits mitten im Geschehen.
Maggie Stiefvaters Schreibstil ist nicht nur wahnsinnig flüssig zu lesen, voller Spannung und Geheimnisse, nein, er lässt Bilder vor den Augen des Lesers erscheinen und genau das liebe ich so an ihm.

Die Geschichte von „Wen der Rabe ruft“ wird aus drei Sichten erzählt. Zum einen wäre da Blue, die dem Leser von Anfang an sympathisch und herrlich anders erscheint.
Dann gibt es die Wahrsagerinnen. Blues Mutter Maura, ihre Freundinnen Persephone und Calla und Neeve, die plötzlich auftaucht, um angeblich Blues Vater aufzuspüren.
Die dritte Gruppe bilden die Raven Boys. Hierbei handelt es sich um vier Jungen, die die Aglionby Academy besuchen. Gansey ist der Anführer der Truppe, er ist wie besessen von einer Energielinie, der Ley –Linie und dem Aufspüren des walisischen Königs Owen Glendower. Bei dieser Suche helfen ihm „Bad Boy“ Ronan, der aus ärmlicheren Verhältnissen stammende Adam und Noah, der immer ein wenig abwesend zu sein scheint.

Vor allem die Raven Boys sind eine coole Truppe, denn jeder dieser Jungen hat etwas Besonderes an sich und man möchte unbedingt mehr über sie erfahren.
Anfangs kann Blue mit den Freunden nur wenig anfangen, nach und nach lernt sie jedoch alle besser kennen und hilft ihnen letztendlich bei der Suche nach den mysteriösen Ley-Linien und Glendower.
Diese Suche birgt einige Geheimnisse und bringt Feinde mit sich, wodurch die Handlung schnell an Suchtpotenzial gewinnt.
Auch die Kleinstadt Henriette, in der das Buch spielt, ist ein interessanter Ort, den man unbedingt näher kennenlernen möchte.
Da „Wen der Rabe ruft“ das erste von vier Bänden ist, wird dem Leser vieles genau beschrieben und erklärt, was aber nicht stört, sondern hilfreich ist.

Alles in allem lässt sich sagen, dass „Wen der Rabe ruft“ von Maggie Stiefvater ein unheimlich fesselndes Buch mit einer tollen Handlung und für jedes Bücherregal ein Sahnetörtchen ist.
Ich bin gespannt auf den nächsten Band und werde ihn auf jeden Fall lesen.
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