Dezember 08, 2017

Weihnachtsmarkt-Magie

Der Duft nach gebrannten Mandeln, überall glitzert und funkelt es, das Feuer verbreitet eine wohlige Wärme und die Lichter lassen die Augen strahlen.
Weihnachtsmärkte sind etwas wunderbares, umso mehr freut es mich, dass es in Regensburg an fast jeder Ecke einen gibt.
Der wohl schönste ist aber definitiv der romantische Weihnachtsmarkt von Thurn und Taxis. 
Da kann man Weihnachten kaum noch erwarten, oder?

November 29, 2017

Update: Über 2 Monate, Selbstreflexion & Regensburg

Zwei Monate sind vergangen, seit ich nicht mehr Zuhause wohne. Zwei Monate voller Höhen und Tiefen, Abenteuer, neuer Bekanntschaften und Erkenntnisse. Zwei Monate, in denen ich so viel über mich selbst lernte, wie selten zuvor. Zwei Monate, in denen ich so viel nachdachte, dass es für ein ganzes Jahr reichen würde. Zwei Monate und noch weiter zurückreichend. Hier sind sie:
Als ich mich Anfang diesen Jahres dazu entschloss, alles auf eine Karte zu setzen und nicht schon den Plan B in Betracht zu ziehen, bevor ich mich überhaupt an Plan A versucht hatte, glaubte ich nicht wirklich daran, dass ich heute dort stehen würde, wo ich jetzt stehe. Ich hoffte es, bangte. Und glaubte doch nicht, dass ich "gut genug" sei. Unfassbar viele Seiten Papierkram. Bewerbungsbögen, fünfseitige Motivationsschreiben. Einladungen zu Einstufungstests. Über den Sommer dann von Regensburg, über Saarbrücken, nach Weimar und wieder zurück. Viele Gespräche in den riesigen universitären Gebäuden, neue Bekanntschaften, von denen ich damals nicht einmal erahnte, dass sie heute meine Freunde sein würden.
Ich wagte es und gewann.

Anfang Oktober bin ich nach Regensburg gezogen und da mich ein paar von euch gefragt haben, ich studiere hier Deutsch-Französische Studien. Es handelt sich um einen binationalen Studiengang, weshalb ich zwei Jahre meines Bachelors in Deutschland und ein Jahr in Frankreich,  Clermont-Ferrand, absolvieren werde.

Mit dem neuen Lebensabschnitt kam so viel Neues auf mich zu, mit dem ich erst einmal zurechtkommen musste. Alleine wohnen, sich an das Studium gewöhnen, überall als Ersti belächelt und zugleich beneidet werden, einen neuen Freundeskreis aufbauen und an all die Pflichten denken. Doch so langsam hat sich alles wieder etwas normalisiert, ich habe das Gefühl, mich besser zurecht zu finden und trotz der immer näher rückenden ersten Klausur genieße ich das Leben hier in Regensburg in vollen Zügen.

In den nächsten Wochen gilt es hier auf dem Blog also einiges aufzuholen: die restlichen Interrail-Posts, Urlaubsinspirationen aus Madeira, ein bisschen Kultur, ein bisschen schönes Bayern. Ich hoffe also, dass ich die Zeit finde, all die schönen Inhalte noch mit euch zu teilen.

Genießt die schöne Adventszeit!

Café: Anna liebt Brot und Kaffee, Regensburg | Donaudurchbruch Kehlheim | Donau Regensburg

November 03, 2017

{Kolumne} Wage es

Als ich mir zum ersten Mal ernsthaft Gedanken über den Sinn des Lebens machte, über das, was ich erreichen möchte, über Glück und Trauer, Drama und die große Liebe, stieß ich am Ende immer wieder auf genau eine Frage: Denke bloß ich so viel nach, oder gibt es andere in meinem Alter, denen es genauso geht?

Inzwischen, ein paar Jahre älter und (hoffentlich) aus den auffressenden-dramatisch-chaotisch-pubertären Zeiten heraus gewachsen (würde man meine Eltern fragen, würden sie diese Frage zu 100%-iger Sicherheit mit 'nein' beantworten und lachen), sehe ich die Dinge ein bisschen anders. Ich weiß, dass es mit mir noch zig Millionen andere junge Menschen gibt, die sich Minute um Minute den Kopf zerbrechen. Seien es belanglose Themen à la „Warum ist jeder so verrückt nach Avocados?“ und „Ist Snapchat das Tagebuch von heute?“ oder tiefgründige Fragen wie „Kaffee oder eine Stunde früher Heim?“

Wir denken unfassbar viel nach.
Zerbrechen uns den Kopf und werfen mit all den Szenarien unseres Gedankenkarussells umher wie mit Porzellantellern. Der besagte Elefant ist bei uns bereits zum Dinosaurier geworden.

Wir denken unfassbar viel nach. Und übersehen dabei den Slogan an der Hauswand gegenüber:

„Wage es, das Leben zu lieben!“
Das Leben zu lieben. Wie soll ich dieses seltsame Etwas denn lieben, wenn ich noch nicht einmal weiß, was es ist, oder was ich bin?

„Wage es, nach dem Sinn deines Lebens zu suchen!“
Schon wieder dieses Wort, das ich nicht identifizieren kann. Deshalb ziehe ich den Duden zu Rate, der sagt:
1.) Gefühl, Verständnis für etwas; innere Beziehung zu etwas
a) (gehoben) jemandes Gedanken, Denken
b) (gehoben) Sinnesart, Denkungsart
2.) gedanklicher Gehalt, Bedeutung; Sinngehalt
3.) Ziel und Zweck, Wert, der einer Sache innewohnt

Stimmt. Das war wieder der Sinn des Lebens.

„Wage es, deinen eigenen Lebensstil zu finden!“
Und was genau hat Stil? Wenn ich mit halb offenen Knien durch die Straße laufe und mir aufgrund des fehlenden Jeansstoffes eine Blasenentzündung einfange? Oder wenn ich das trage, was mir gefällt, und dafür abwertende Kommentare meiner älteren Nachbar in meinem Komplimente-Glas sammeln kann?

„Wage es, den nächsten Schritt zu tun!“
Das ist es. Genau das, was uns von sämtlichen anderen Generationen vorgeworfen wird, was wir nicht tun würden.
Nicht weiter gehen.
Unser Leben nicht in die Hand nehmen.
Unser Leben nicht schätzen.
Uns nicht entscheiden können.
Nicht wissen, wie gut es uns eigentlich geht.

Und dabei vergisst jeder, dass man einer Generation keinen Namen geben kann und dass man erst recht nicht alle Jugendlichen in eine Schublade einordnen sollte.
Denn sind wir das nicht: Jung, wild, bunt. Vielfältig. Voller Chancen und Ideen. Wir selbst, mit einem eigenen Lebensstil, einem eigenen Sinn für all das. Verschieden. Anders. Und doch geeint.

Aus diesem Grund sollten wir es wagen.
Ohne dafür verurteilt zu werden.
Denn wir sind so viel mehr, als eine Generation.
Wir sind jeder für sich ein Individuum und 'Y' bloß ein Buchstabe unter vielen.
 Bilder: Donau in Regensburg, Oktober 2017

Oktober 03, 2017

Der letzte Sonnenstrahl des Sommers

Bevor die Tage kürzer werden, die Sonne früher hinter dem Hügel verschwindet und der Wind mich frösteln lässt, streife ich ein letztes Mal durch die Wiesen. Lege den Kopf in den Nacken und blicke nach oben gen Himmel. Einzelne Sonnenstrahlen kitzeln in meinem Gesicht und unwillkürlich schleicht sich ein Lächeln um meine Mundwinkel. Ich lasse das Gras hinter mir, folge dem schmalen Pfad hinein in den Wald. Links und rechts von mir große, mächtgie Tannen. Meine Beschützer. Wie oft bin ich in letzter Zeit durch den Zauberwald gestreift. 
Und so richte ich den Blick nach vorne und sehe doch immer wieder zu den Seiten. Da stehen sie und winken. Meine besten Freunde, meine Wegbegleiter. Was haben wir diesen Sommer über nicht alles erlebt?  
Eine Nacht, voll funkelnder Kleider, herzlicher Worte und Tränen, die sich nicht entscheiden konnten, ob sie vor Freude oder Traurigkeit flossen. Weitere Nächte folgten, in denen wir eng aneinander geschlungen, umzingelt von weiteren Menschen, auf der Tanzfälche alles gaben, die Augen schlossen und die Musik spürten. Auf die Nächte folgte Tage, wie glitzernde Tautropfen. Kleine und große Abenteuer. Von einer Reise mit der besten Freundin durch die Weiten der britischen Insel. Trainadventure nannten wir es liebevoll und genau das war es. Ein Abenteuer, das viel zu groß für uns schien und unser Herz mit unvergesslichen Momenten füllte. Doch auch die kleinen Abenteuer, so bunt und süß, zogen sich durch diesen Sommer. Hoch hinaus auf einen Berg von dem aus wir unsere Heimat mit anderen Augen sahen. Abende am Lagerfeuer mit verkohlten Würstchen und Wunderkerzen. Zu viel Bier und Schmerzen im Bauch vor lauter Lachen. Bunte Fahrgeschäfte und ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Als läge die Welt in unseren Händen
Und so gehe ich weiter, vorbei an den Städten und Universitäten an denen ich mein Glück versuchte und reich belohnt wurde. Wunderbare Menschen, die mich begleiteten, die ich nach langer Zeit endlich wieder sah oder neu kennenlernte.
Die Arbeit am Wasser, die mir meine Verantwortung erst richtig bewusst machte, mich lehrte, auf mein Bauchgefühl zu vertrauen und mir zeigte, wie schnell ein Leben vorbei sein könnte, wie kostbar unseres ist.
Ganz vorne meine Familie. Die Hände schützen erhoben, mit den Handflächen nach oben, um mir zu zeigen, wie reich mein Leben an schönen Momenten ist.
Eine große Reise, eine Insel mitten im Meer. Madeira war ein Abenteuer der besonderen Art. Die Insel verschlug mir die Sprache, ich erinnerte mich an ein Picknick mit Tomaten auf dem Hotelbalkon und verschütten Wein. An Wanderungen über den Wolken und an Meeresschwimmen, das mehr Sommer nicht hätte sein können. 
Freibadbesuche mit der kleinen Schwester, die gar nicht mehr so klein ist. Kaffee trinken. Lachen. Weinen.
Es heißt, der Sommer nach dem Abitur, sei der beste und längste des Lebens. Und als ich so weiter gehe spüre die die letzten Sonnenstrahlen des Sommer auf meinem Gesicht. Ich bin hier, stehe am Rande meines besten Sommers und die Sonne geht langsam unter.
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